Zeitweise ist Anfang der Woche wegen der Naturkatastrophe in Japan Panik an den internationalen Finanzmärkten ausgebrochen. Der Nikkei-Index an der Börse in Tokio rutschte elf Prozent ins Minus und die Panikverkäufe setzten sich anschließend weltweit fort. Hierzulande verlor der Dax für kurze Zeit 5,6 Prozent, konnte sich jedoch wieder langsam von der Talfahrt erholen. Zahlreiche Investoren stürzten sich auf den Anleihemarkt, wovon unter anderem die deutschen Bundesanleihen profitierten. Zu einem Preisverfall kam es hingegen bei den Rohstoffen wie Öl und Gold. Einer der Gründe hierfür ist, dass sich viele Anleger vor einer bevorstehenden Rezession in Japan fürchten. Seit dem verheerenden Erdbeben mit dem anschließenden Tsunami büßte der Nikkei-Index rund 17 Prozent ein, was der größte Verlust seit dem Jahr 1987 ist.
Die Marktkapitalisierung sank alleine an der Börse in Tokio an den ersten beiden Tagen dieser Woche um einige hundert Milliarden Euro. Laut zahlreicher Finanzexperten hängt dies mit den Panikverkäufen der Investoren zusammen, die ihre Papiere so schnell wie möglich loswerden wollen. Unterdessen hat die Bank of Japan ihre Währung gestützt und umgerechnet rund 200 Milliarden Euro in die Märkte gepumpt. Die Börsenexperten geben allerdings auch für die nächsten Tage keinen Grund zur Hoffnung. Vor allem wegen der chaotischen Lage und der weiter anhaltenden Unsicherheit bezüglich der Atommeiler ist mit Kurskorrekturen und heftig schwankenden Börsenkursen zu rechnen.
Derzeit sollten die Anleger speziell Aktien von Versorgern und Versicherungskonzernen meiden, da sie in Zukunft wegen der hohen Forderungen der Katastrophe große Geldsummen bereitstellen müssen. Angesichts dessen kletterten die Papiere der hiesigen Produzenten von Ökostrom-Anlagen wie dem Unternehmen Conergy, dessen Kurse kurze Zeit um rund 100 Prozent zulegten. Auch die Papiere des Windkraftanlagenherstellers Nordex und zahlreiche Photovoltaik-Firmen wurden um rund 20 Prozent nach oben katapultiert.